"Wo wir unser Herz ausschütten" by brigeart

 

🌿 Wo wir unser Herz ausschütten

 

Bloggeschichte zum 1. April 2026

Entstanden am 4. Februar 2026 – auf der Straße.

 

Ihr Lieben,

heute bin ich durch die Stadt gelaufen

und auf zwei Menschen zugelaufen –

einen Mann und eine Frau.

Sie sprachen laut.

So laut, dass man jedes Wort verstehen konnte.

Sehr schnell wurde deutlich,

dass sich die Frau über eine Bekannte,

vielleicht sogar über eine Freundin, beklagte.

Sie könne es nicht mehr aushalten,

sagte sie.

Diese Freundin würde ständig über ihr Alleinsein sprechen.

Über das, was alles schwer sei.

Über Verluste.

Offenbar war auch jemand gestorben.

 

Die Worte der Frau waren hart.

Ungeduldig.

Ohne Mitgefühl.

Der Mann an ihrer Seite stimmte ein.

Ja, sagte er,

das würde gar nicht gehen.

Er würde das auch nicht mehr aushalten.

 

Während ich weiterging,

dachte ich:

Hier ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten.

Nicht laut.

Nicht sichtbar.

Aber deutlich.

Diese Frau hatte offenbar keine Kraft mehr,

keine Lust mehr

oder kein Herz mehr,

zuzuhören.

 

Und als Coach sehe ich so etwas immer wieder:

Manche Menschen befinden sich in einer schweren Situation

und suchen Halt –

aber sie wenden sich dabei an Menschen,

die diesen Raum nicht tragen können

oder nicht tragen wollen.

Nicht, weil der Schmerz nicht real wäre.

Sondern weil die Stelle,

an der er ausgeschüttet wird,

keine sichere ist.

 

Und das Tragische ist:

Das wird oft nicht offen gesagt.

Stattdessen entsteht Abstand.

Ungeduld.

Abwertung.

Und hinter dem Rücken wird gesprochen.

 

Hier wird so deutlich,

wie wichtig es ist,

in schweren Zeiten zu wissen,

wem man sein Herz anvertraut.

Nicht jeder kann mitgehen.

Nicht jeder kann zuhören.

Nicht jeder ist ein echter Freund.

Und das sagt oft mehr

über die Beziehung

als über den Schmerz selbst.

Als Christin und als Coach weiß ich:

Es ist lebenswichtig,

den Blick richtig auszurichten.

 

Fix your eyes on Jesus.

Richtet eure Augen auf Jesus!

 

Bei ihm dürfen wir alles ausschütten.

Ohne zu nerven.

Ohne zu viel zu sein.

Ohne bewertet zu werden.

Und von dort aus

dürfen wir prüfen,

welche Menschen uns wirklich gut tun.

Es sind nicht viele.

Aber sie sind kostbar.

Und vielleicht ist genau das

eine Einladung an uns alle:

achtsam zu sein –

mit unseren Worten,

mit unserem Zuhören

und mit den Herzen,

die uns anvertraut werden.

 

✨ Geistlicher Impuls

„Schüttet euer Herz vor ihm aus;

Gott ist unsere Zuflucht.“

— Psalm 62,9

 

Eure Greta 🌿

 

(c) brigeart 2026

 

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