Menschen bewegen... by brigeart

 

Immer, wenn ich morgens auf dem Weg in die Innenstadt bin, führt mich mein Weg als Abkürzung an den Parkplatz einer Klinik vorbei. Wie immer beobachte ich das Treiben auf dem Parkplatz, die Patienten und Besucher oder auch die Taxifahrer.

Vor ein paar Tagen blieben mir im Vorbeigehen an einem Taxi-Transporter zwei Worte hängen, die als Aufschrift zu lesen waren... ich weiß nicht mehr in welcher Konstellation...es geht hier um die Worte "Menschen" und "bewegen".
Weiter beobachtete ich einen großen, sehr muskulösen jungen Mann, der sich um zwei ältere Herrschaften kümmerte. Ich denke, es handelte sich um ein Ehepaar, der Mann im Rollstuhl, die Frau mit Rollator unterwegs.
Eine kurze Sequenz im Überholen dieser Menschen und doch ist mir das "Menschen bewegen" haften geblieben und eben dieser junge Mann, wie er fast liebevoll diese Menschen ins Auto half, seine Hand reichte und alle drei miteinander lachten...
Und was passierte mit mir?
Ich erfreute mich einfach an diesem Augenblick und auch ich lächelte. 
Dieser junge Mann bewegt nicht nur mit seinem Vehikel die Menschen von A nach B, sondern auch deren Herzen. Und mich dazu...
Das sind diese Augenblicke, daran möchte ich mich festhalten, sie fest verankern in meiner Seele.
Das Leben ist schön...
Ich will mich jetzt daran erinnern in stürmischen Zeiten, in denen sich ständig verändernde Viren das Leben bestimmen und unberechenbare Politiker die Welt aus den Angeln heben.
Ich will mich daran erinnern, dass es Menschen gibt, die liebevoll sind, gütig, die inspirieren, die geben, die lachen, die fördern, die die Welt besser machen.
ICH WILL MICH ERINNERN AN MENSCHEN DIE BEWEGEN.
(c)brigeart
Euch einen wunderschönen Tag.
Eure Gerda Greta

(c) GB


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"Dann wäre der Zauber weg!" ... by brigeart

Bei meinem letzten Besuch in meinem Lieblingsrestaurant kam ich wie so oft ins Gespräch mit dem Inhaber.

Er erzählte mir von seinen Personalveränderungen im nächsten Jahr. Diese würden auch andere Veränderungen mit sich ziehen. Er erklärte mir: "Ja, manchmal wird es einfach eng bei mir und ich muss Anfragen ablehnen. Das ist schade!"  Aber eine eventuelle Vergrößerung, die immer wieder auch Stammgäste fordern, käme für ihn nicht in Frage, denn "damit wäre ja der Zauber weg!"

Das fand ich bemerkenswert. Wenn man vermeintliche Verbesserungen, Vergrößerungen, Veränderungen in seinem eigenen Leben vornimmt, bedeuten diese nicht zwangsläufig, dass man mehr Lebensfreude oder wie bei meinem Lieblingsrestaurant mehr Umsatz bekommt.

Es könnte auch sein, dass der ureigene Charme verloren geht.

Das Streben nach "immer mehr" hat Grenzen, die im jeweils einzelnen Fall immer wieder neu gesteckt oder nachjustiert werden müssen. ;-)

Ich wünsche euch ein gesundes Neues Jahr 2022!

(G. Brinkmann 12/2021)

Einen wunderschönen Tag. Eure Gerda Greta

 

(c) GB


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Begegnungen... by brigeart

Ihr Lieben! 

Ich bin noch da!

 

Geht es euch auch manchmal so, dass man unverhofft auf Situationen trifft, die einen berühren, die einen nachdenken  und sogar althergebrachte Rituale überdenken lassen?

 

Was mache ich da eigentlich?

 

Auf einmal stellt man Handlungen, die eigentlich (vermeintlich) gut für einen waren, in Frage.

Man war jahrelang in einem Modus drin, der sich gut angefühlt hat, weil er eben nicht hinterfragt wurde. War ja auch bisher kein Thema für einen selbst! Hätte ja auch so bleiben können!

 

ABER aus dem Nichts kommt ein Impuls und ungeahnte Gedankengänge schleichen sich ein und lassen ungewohnte Fragen zu mit der Erkenntnis, dass man zu lange an etwas festgehalten und somit nie anderen Abläufen eine Chance gegeben hat!

 

Alles hat ein Ende!

(Gerda Greta, wie tiefsinnig!)

ODER?

 

Wenn man bereit ist, neue Wege für sich zu entdecken, neue Wege zu gehen, dann kann es auch befreiend sein.

Eine Last fällt ab.

Alte Rituale aufgeben und Neues zulassen. 

 

Neue Wege suchen.

Neue Wege finden.

Neue Wege gehen.

 

Und man befindet sich letztendlich auf neuen Pfaden...

Manchmal muss man angeschubst werden, das heißt aber nicht, dass man auch nicht alleine darauf gekommen wäre... hätte vielleicht etwas länger gedauert. ;-)))

 

Und so verabschiedet man althergebrachte Gewohnheiten, die sich überlebt haben, in einer liebevollen Art und Weise, hadert nicht mit ihnen, schaut mit Dankbarkeit auf sie und lässt einfach los.

 

Adieu, geliebte Wege und auf zu neuen Ufern!

(c) brigeart

Bleibt gesund! Gerda Greta

 

(c) brigeart


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Am Nachbartisch... by brigeart

Im Moment ist so ein Essen nicht möglich, aber ich denke oft an bessere Zeiten ohne "Corona" zurück. 

Dann fallen mir zwangsläufig auch solche Situationen ein.

Viel Freude mit meinen Gedanken:

 

Regina ist mit ihrem Lebenspartner in einem edlen Restaurant. Sie genießt die atemberaubende Atmosphäre. Es riecht nach mediterraner Küche und die Bedienung, die sie schon seit Jahren kennt, ist freundlich und zuvorkommend.

Henry ist heute abgelenkt und wartet auf einen wichtigen Anruf. In der letzten Zeit häufen sich die Situationen, in denen er nur sein Smartphone checkt und nach den neuesten Emails schaut. Nervös fährt er sich durch die Haare und versucht mit einem angedeuteten Lächeln, Regina etwas Aufmerksamkeit darzubringen!

Dankeschön!

Ihr Blick gleitet durch das Restaurant. Er bleibt an dem Pärchen am Nachbartisch hängen. Sie halten sich an den Händen fest.

Sie blicken sich tief in die Augen. Sie versuchen, sich immer wieder sehr nahe zu kommen und deuten Küsse an. Regina spürt die Liebe der beiden Menschen und eine Sehnsucht überkommt sie. Henry hat sie schon lange nicht mehr so angesehen. Die Zwei am Nachbartisch lachen jetzt laut miteinander. Regina fällt in das Lachen mit ein. Das Paar schaut sie neugierig an. Sie erklärt: "Sie haben mich angesteckt, es ist schön, Sie beide so lachen zu sehen!" Henry schaut von seinem Handy auf: "Hast du was gesagt, Schatz!" "Nein, nicht so wichtig!"

(c) brigeart

Einen wunderschönen Tag!

Alles Liebe!

Es wird besser werden und auch diese Zeiten kommen zurück mit oder ohne Smartphone! ;-);-);-)

Bleibt gesund! Gerda

 


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Achtsam durch die Welt... by brigeart

In der letzten Zeit bewegen mich immer wieder folgende Fragen:

 

Müssen wir erst vor einem Burnout stehen, einem Kollaps oder Zusammenbruch, um zu erwachen?

Ein Herzinfarkt? Andere Krankheiten, die uns gerade im Lebensmittelalter treffen können und uns aus der Bahn werfen, ans Bett fesseln oder einfach zwingen kürzer zu treten...?

 

Unser ganzes Leben, abgesehen von der Kindheitsphase, sind wir darauf erpicht und dahin erzogen worden, einen guten Job auszuüben, Geld zu verdienen, Kinder zu bekommen und ein Haus zu bauen... Denn (nur) dann hat man es geschafft!

Es gibt Menschen, die es erstaunlicher- und erfreulicherweise schaffen, ein Leben voller Freude zu führen, irgendwie dabei alles zu schaffen und dabei gesund und fröhlich zu bleiben!

Aber seien wir mal ehrlich und ich spreche jetzt besonders diejenigen zwischen 40 und 60 Jahren an;

wer ist wirklich so bei sich angekommen, in sich selbst ruhend, voller Einklang und Eintracht mit sich und seinem gesunden Körper, dass er jetzt den Finger heben und sagen kann:

Ja, ich bin absolut glücklich! Ich kenne keine Sorgen und keine Schmerzen!

 

Nach der Kindheitsphase im Alter von 20 bis 50 Jahren sind wir Menschen sehr aktiv und strengen uns unwahrscheinlich an.

ABER, und jetzt kommt das große "Aber" , wir haben uns selbst vergessen und unseren uns treu dienenden Körper.

 

Dann irgendwann bekommen wir die Quittung! Der Körper sagt, nein er schreit: "Ich kann nicht mehr!"

 

Lassen wir es nicht soweit kommen, erinnern wir uns an unsere Kindheit, an unbeschwerte Zeiten, an Leichtigkeit und holen sie (zumindest phasenweise) in unser Leben zurück.

 

Und hier sind wir wieder! Bei den in den letzten Geschichten wohlgerühmten Gedenkpausen!

 

Ich kann das auch immer wieder

für mich selbst schreiben, Gerda STOPP, es reicht!

Bei den ersten Anzeichen einer Erschöpfung...

Ab jetzt in den Wald oder auf deinen Höhenweg und atme mal ganz tief durch.

Gedanken fließen lassen, noch besser wegfliegen lassen...

 

Diese Zeiten sind so wichtig, Achtsamkeit üben, erüben, ausüben... immer und immer wieder!

 

Sei es, wie in der letzten Geschichte beschrieben, achtsam  eine Schnecke im Wald entdecken, neu entdecken, sei es ein Schmetterling, eine Raupe, eine Hummel oder leuchtend rote Mohnblumen! 

 

Seht hin, fühlt hin und schmeckt hin... seid achtsam zu euch selbst, zu anderen Menschen, Tieren und der Natur gegenüber.

Seid es jetzt und nicht erst dann, wenn es zu spät ist.

(c) brigeart

 

Ich wünsche euch alles Liebe und immer wieder achtsame Zeiten für euch selbst! Bleibt gesund!

Eure Gerda Greta

 

 


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Die Schnecke... by brigeart

Als ich vorhin dieses Foto von der Schnecke gemacht habe, da musste ich zwangsläufig daran denken, dass ich als  kleines Mädchen Schnecken gehasst habe, aber es handelte sich wohl damals in Norddeutschland mehr um die "Schnecken ohne Gehäuse".

Ich empfand sie damals als unsagbar hässlich, schleimig, langsam und langweilig.

Vorhin beim vorsichtigen Herantasten an die Weinbergschnecke, habe ich sofort das Heranziehen der Fühler bemerkt.

Ah, eine sensible Schnecke! ;-) ;-) ;-)

Ich musste in mich hineinlächeln.

Betrachten wir diese Helix pomatia etwas näher.

"... Sie hat vier Fühler, deren größeres Paar jeweils ein Auge trägt. Sie wird bis zu 10 cm lang und ist 30 g schwer. Ihr braunes Gehäuse ist zwischen 3 bis 5 cm lang. Sie ist geschützt nach der Bundesartenschutzverordnung. ..." (Quelle Wikipedia).

Da ist sie nun die keine, sensible Schnecke, die ihr Häuschen mit sich trägt, um sich, wann immer ihr Gefahr droht oder irgendetwas für sie nicht stimmig ist, in ihren Schutzraum zurückzuziehen und sich somit unverwundbar zu machen. Es mag ihr nicht immer gelingen, aber die größte Gefahr hat sie damit abgewehrt und sich in ein sicheres Terrain zurückgezogen.

 

Ergeht es nicht vielen Menschen so?

Man zieht sich zurück, fährt die Fühler ein und schützt sich.

Was aber ist, wenn die feinen Antennen so gepolt sind, dass sie ständig eine Gefahr wittern, ständig auf "Hab-Acht-Stellung" sind und gar nicht mehr zur Ruhe kommen.

Mir als feinsinniger Mensch geht es manchmal so, dass ich bemerke, dass die Antennen und das beinhaltet in dem Moment alles, was das Spüren und Empfinden unterstützt, die Nase, die Haare, der Nacken, die Augen, die Hände, die Füße, mir im Dauerzustand klarmachen, dass sie überfordert sind.

 

Und hier ist sie wieder, die kleine hochsensible Gedenkminute, die einem dazu bringt, sich zu erden.

 

Uns sollte es in unangenehmen Momenten immer wieder gelingen, in die Stille zu gehen, kurz in Sich-hinein-Spüren, "Stopp, was ist hier nun los?"

Hier ist vielleicht ein kurzes Hinausgehen aus der Situation angebracht und wenn es nur der Gang zur Toilette ist, wenn man in einer größeren Gesellschaft ist.

Hier sollte man kurz verweilen, ein paar Atemzüge nehmen und bewusst die Situation überdenken. Sein Spiegelbild anlächeln und kaltes Wasser über die Hände und Arme laufenlassen.

Es geht darum, aus dem Schneckenhaus wieder hervorzukommen, die Fühler auszustrecken, um dann wieder kommunizieren zu können.

 

Wenn es einem zuviel wird, und ich spreche hiermit nicht nur Hochsensible an, dann sollte wie ein spontaner Mechanismus ein Schutzprogramm gestartet werden, um nicht in eine noch gefährlichere oder angespanntere Situation zu gelangen. Ich bemerke bei mir selbst, dass ich dann schnell einen Zustand erreiche, in dem ich aggressiv oder ungehalten werde, weil alle Antennen überreizt sind.

 

Dann sollte mir die Schnecke in den Sinn kommen, dass ich mich mal kurz zurückziehe, um dann im wahrsten Sinne des Wortes (s. kaltes Wasser) erfrischt zurückzukommen. 

 

Ach, was einem doch so in den Sinn kommt, wenn man beim Aussteigen aus dem Auto am Rande des Waldes fast über eine Schnecke stolpert.

Und hiermit wieder ein Dankeschön an alles, was uns die Natur bereit hält auch an die feinen Antennen!

(c) brigeart

 

Ich wünsche eine gute Zeit und immer wieder kurze  Gedenkminuten für euch selbst!

Eure Gerda

 

 


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Die Wand... by brigeart

Nun stehe ich hier vor dieser Wand und kann nicht weitergehen. Die anderen Menschen schauen mich an, einige grüßen und gehen einfach weiter.

Durch die Wand hindurch.

Ich bleibe stehen. Ich brauche noch. Versuche mich zu sammeln und meine feinen Sinne unter Kontrolle zu bringen wie ein Dirigent die Orchesterspieler.

Was nehme ich wahr? Was spüre ich? Was rieche ich? Was höre ich?

OH JA! Das ist eine ganze Menge...

Als erstes nehme ich die Wärme wahr, die mich aus der Kälte kommend, fast erschlägt.

Ich rieche die verschiedensten Parfümstoffe, Gewürze, andere Essengerüche, Schweiß und Alkohol.

Ich höre das laute Lachen und die Gespräche der anderen Gäste und kann mich im Moment nur noch auf das lauthalse Lachen einer älteren Dame konzentrieren, was gerade jetzt penetrant hervorsticht.

Dazu kommt das Gedudel der Hintergrundmusik, deren Vibrationen ich förmlich körperlich spüre.

 

Okay... kurze Gedenkpause, liebe Gerda.

 

Das alles ist da! Das alles nimmst du wahr! Kannst du damit umgehen?... hmm... ähm

Ich denke ja.

Willst du jetzt weitergehen?... hmm ...ähm

Ich denke ja.

Weil ich mich auf das Essen mit den Freunden gefreut habe. Da sind sie ja auch schon und winken vergnügt.

Ich setze meinen Fuß durch die Wand hindurch und erlebe ein kleines Schütteln und gehe lachend auf meine Freunde zu. 

Die ganze Situation hat ein paar Sekunden gedauert, mein kurzes Innehalten, aber ich konnte in dieser Zeit kurz das ganze Sammelsurium an Eindrücken aufnehmen und für mich erspüren, ob es für mich in Ordnung ist, ob es "für mich passt" und ich die nächsten Stunden hier sein kann. Ich habe mich für ein Weitergehen entschieden, aber wenn es absolut nicht stimmig ist, ja..., dann darf man auch das liebevoll betrachten und eine Kehrtwende machen. 

 

Ihr kennt doch alle, dass es Situationen gibt, in denen einem das körpereigene Warnssystem Hinweise gibt, irgendetwas ist hier nicht gut für dich.

Hochsensible Menschen reagieren noch empfindlicher darauf, aber auch die weniger Empfindlichen sollten auf Eingebungen achten und Signale, die einem nochmal kurz die Sache überdenken lassen.

Dieses kann dann ein kurzes "In-dich-gehen" vor einem wichtigen Gespräch sein, dich nochmal kurz den Plan, den Lösungsansatz, das Gespräch selbst überdenken lassen.

Kurz innehalten, tief einatmen, all die Sinne nochmal kurz bändigen, ordnen und dann ausatmen und deinen Weg weitergehen.

Es sind nicht nur die Hochsensiblen, die diese kleinen Pausen immer wieder reinschieben sollten, sondern jeder (wie im letzten Beitrag beschrieben) sollte sich immer wieder bewusste Momente schaffen, die nur ein paar Sekunden dauern mögen.

Hier geht es ums bewusste Hiersein, Dasein... mit dem Hineinspüren, will ich überhaupt hier sein, ist es gut für mich...

Kurzes Bewusstmachen und die Gedanken können sich ordnen und es ensteht Klarheit. Und dann schreite da hin, wo du hin willst! ;-)

Ich mache es. Und in der obenbeschriebenen Situation hat es kaum einer bemerkt, dass ich mal kurz gestoppt habe! ;-)

(c) brigeart

 

Eine gute Zeit und immer wieder kurze (Über)Denkpausen!

Eure Gerda

 

 


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Der alte Mann auf der Bank... by brigeart

Ich  habe diese Geschichte letztes Jahr veröffentlicht.

Sie ist eine meiner Lieblingsgeschichten; darum hier noch einmal! Viel Spaß!

 

Ich hatte gestern das große Glück auf einer Parkbank einen älteren Herrn kennenlernen zu dürfen! Er genoss mit mir die warmen Sonnenstrahlen mit Blick auf den Brunnen unserer Stadt. Er fing an zu erzählen, von seiner Familie, von seiner Pension, von dem Hobby und ich hörte zu. Er schaute mich an. "Junge Frau, genießen Sie ihr Leben!" "Das mache ich! Das mache ich auch gerade!", lachte ich und freute mich innerlich über die "junge Frau". Wir schwiegen beide. Plötzlich sagte er: "Ich bin so am Leben, mir macht selbst das Sterben keine Angst!" Ich schaute auf, ihm in die Augen und ich war überwältigt von dieser Lebensfreude, von diesem Lebenswillen und dieser Stärke!
Danke für diesen Satz.
Danke für diese Begegnung.
Danke für diesen Tag.

(c) G. Brinkmann

Einen wunderschönen Tag. Eure Greta

 

Bild von pixabay


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Die Seele... by brigeart

Nachdenklich schaut ihr Freund in die Runde. Er kratzt sich das Kinn und sieht Erika lange an. "Du hast die Wohnung wirklich toll eingerichtet. Du hast einen guten Geschmack und man erkennt deine Persönlichkeit!"

"Aber...", Erika lächelt ihn erwartungsvoll an.

"Aber es fehlt noch etwas!" Er konzentriert sich. "Es fehlt die Seele!"

Erika sieht ihren Freund überrascht an.

Nachher, als sie allein ist, denkt sie nochmal über seine Worte nach.

Die Seele fehlt.

Was kann das nur sein!

Wochen später trinkt sie in einem Antik-Café einen Cappuccino und ihr Blick fällt auf eine alte Wanduhr. Sie erinnert sich sofort an die alte Uhr, die in der Küche ihres Großvaters hing. Sie ist fast identisch.

Sie nimmt das gute Stück ins Visier und lässt sich die Details vom Verkäufer erklären. Die Uhr ist über 100 Jahre alt und scheint keine größeren Schäden zu haben. Der Preis stimmt auch.

Erika überlegt nicht lange und kauft die Uhr.

Der Verkäufer gibt ihr mit auf dem Weg, dass er keine Garantie für das Laufwerk übernehme. Diese Uhren müssten oftmals von einem Uhrmachermeister generalüberholt werden.

Erika lässt sich nicht beirren. Sie hat sich Hals über Kopf in diese Uhr verguckt und hat schon einen neuen "Hängeort" vor Augen.

Stolz fährt sie nach Hause.

Als am Abend die Uhr ihren Platz eingenommen hat und sie aufgezogen wird, erfüllt ihr Ticken den Raum. Es fühlt sich an wie ein Herzschlag. Die Wohnung lebt. 

Auf einmal schlägt sie zur vollen Stunde. Ihr Ton breitet sich im Raum aus, wird getragen durch die Höhe des Raumes und ebbt langsam ab...

Sie hat richtig in der Anzahl geschlagen. Ihr Ton ist weich und fest zugleich. Später stellt Erika fest, dass sie "sekundengenau" läuft.

Die vorherigen Besitzer müssen sie in einem tadellosen Zustand abgegeben haben.

Was für eine Freude! Erika kann ihr Glück kaum fassen.

Nicht nur, dass die Uhr richtig tickt und einen wunderbaren Ton hat, sie zudem an ihren Opa erinnert, sie gibt der neuen Wohnung auch eine Seele.

Jedes Mal, wenn sie die Wohnung betritt und das sanfte Ticken hört, lächelt sie leicht und murmelt: "Moin, ich bin wieder da! Ich bin  zu Hause!"

(c) G. Brinkmann 2/18

Euch einen wunderschönen Tag! Eure Greta

 


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Mein Großvater oder die Gelassenheit... by brigeart

Manchmal kommt die Erinnerung ganz plötzlich. Und sie überwältigt mich!

Lange habe ich nicht an diese Worte gedacht. Nicht an seine Worte gedacht.

Seit 21 Jahren lebt mein Großvater nicht mehr, aber gerade heute ist er so präsent in mir und damit weiß ich, dass er immer in mir weiterleben wird.

Ich habe ihn vor ca. 30 Jahren gefragt, wie er es schaffe, so gelassen zu sein. Ich war gerade Anfang 20, voll mit meinem Studium beschäftigt und stand vor den ersten wichtigen Prüfungen.

Er sah mich an und sagte: "Wenn ik sitt, denn sitt ik, wenn ik stah, denn stah ik un wenn ik gah, denn gah ik..."

"Ja", sagte ich erstaunt, "wenn ich sitze, dann sitze ich auch, wenn ich stehe, dann stehe ich und wenn ich gehe, dann gehe ich...! Das mache ich doch alles!"

"Nee!", lächelte mein Großvater und sagte übersetzt aus dem Plattdeutschen:

"Wenn du sitzt, dann stehst du schon, wenn du stehst, dann gehst du schon und wenn du gehst, dann denkst du schon ans Ziel!"

Ich habe ihn ziemlich ungläubig angesehen, aber ich muss heute lächeln bei seinen Ausführungen.

Recht hat er gehabt, recht hat er!!!

Wir sind so oft mit unseren Gedanken schon bei der "nächsten Sache", bei dem nächsten Meeting, bei dem "Danach", dass wir unfähig sind, das "Jetzt" zu genießen.

Danke, lieber Opa, dass du mich heute wieder erinnert hast, dass du mich wieder geerdet hast!

Du bist in mir!

Ich werde auf mich aufpassen und nicht so schnell bei der nächsten Sache sein, sondern achtsam bei dem sein, was ich in diesem Augenblick mache!

Aber ich gebe zu:

Ich brauche im Gegensatz zu dir immer wieder einen kleinen Anstupser! ;-) <3

(c) G. Brinkmann 2/18

Euch einen wunderschönen Tag! Eure Greta

 


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Begegnungen

Immer wieder neu... by brigeart