Die Schnecke... by brigeart

Als ich vorhin dieses Foto von der Schnecke gemacht habe, da musste ich zwangsläufig daran denken, dass ich als  kleines Mädchen Schnecken gehasst habe, aber es handelte sich wohl damals in Norddeutschland mehr um die "Schnecken ohne Gehäuse".

Ich empfand sie damals als unsagbar hässlich, schleimig, langsam und langweilig.

Vorhin beim vorsichtigen Herantasten an die Weinbergschnecke, habe ich sofort das Heranziehen der Fühler bemerkt.

Ah, eine sensible Schnecke! ;-) ;-) ;-)

Ich musste in mich hineinlächeln.

Betrachten wir diese Helix pomatia etwas näher.

"... Sie hat vier Fühler, deren größeres Paar jeweils ein Auge trägt. Sie wird bis zu 10 cm lang und ist 30 g schwer. Ihr braunes Gehäuse ist zwischen 3 bis 5 cm lang. Sie ist geschützt nach der Bundesartenschutzverordnung. ..." (Quelle Wikipedia).

Da ist sie nun die keine, sensible Schnecke, die ihr Häuschen mit sich trägt, um sich, wann immer ihr Gefahr droht oder irgendetwas für sie nicht stimmig ist, in ihren Schutzraum zurückzuziehen und sich somit unverwundbar zu machen. Es mag ihr nicht immer gelingen, aber die größte Gefahr hat sie damit abgewehrt und sich in ein sicheres Terrain zurückgezogen.

 

Ergeht es nicht vielen Menschen so?

Man zieht sich zurück, fährt die Fühler ein und schützt sich.

Was aber ist, wenn die feinen Antennen so gepolt sind, dass sie ständig eine Gefahr wittern, ständig auf "Hab-Acht-Stellung" sind und gar nicht mehr zur Ruhe kommen.

Mir als feinsinniger Mensch geht es manchmal so, dass ich bemerke, dass die Antennen und das beinhaltet in dem Moment alles, was das Spüren und Empfinden unterstützt, die Nase, die Haare, der Nacken, die Augen, die Hände, die Füße, mir im Dauerzustand klarmachen, dass sie überfordert sind.

 

Und hier ist sie wieder, die kleine hochsensible Gedenkminute, die einem dazu bringt, sich zu erden.

 

Uns sollte es in unangenehmen Momenten immer wieder gelingen, in die Stille zu gehen, kurz in Sich-hinein-Spüren, "Stopp, was ist hier nun los?"

Hier ist vielleicht ein kurzes Hinausgehen aus der Situation angebracht und wenn es nur der Gang zur Toilette ist, wenn man in einer größeren Gesellschaft ist.

Hier sollte man kurz verweilen, ein paar Atemzüge nehmen und bewusst die Situation überdenken. Sein Spiegelbild anlächeln und kaltes Wasser über die Hände und Arme laufenlassen.

Es geht darum, aus dem Schneckenhaus wieder hervorzukommen, die Fühler auszustrecken, um dann wieder kommunizieren zu können.

 

Wenn es einem zuviel wird, und ich spreche hiermit nicht nur Hochsensible an, dann sollte wie ein spontaner Mechanismus ein Schutzprogramm gestartet werden, um nicht in eine noch gefährlichere oder angespanntere Situation zu gelangen. Ich bemerke bei mir selbst, dass ich dann schnell einen Zustand erreiche, in dem ich aggressiv oder ungehalten werde, weil alle Antennen überreizt sind.

 

Dann sollte mir die Schnecke in den Sinn kommen, dass ich mich mal kurz zurückziehe, um dann im wahrsten Sinne des Wortes (s. kaltes Wasser) erfrischt zurückzukommen. 

 

Ach, was einem doch so in den Sinn kommt, wenn man beim Aussteigen aus dem Auto am Rande des Waldes fast über eine Schnecke stolpert.

Und hiermit wieder ein Dankeschön an alles, was uns die Natur bereit hält auch an die feinen Antennen!

(c) brigeart

 

Ich wünsche eine gute Zeit und immer wieder kurze  Gedenkminuten für euch selbst!

Eure Gerda

 

 


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Die Wand... by brigeart

Nun stehe ich hier vor dieser Wand und kann nicht weitergehen. Die anderen Menschen schauen mich an, einige grüßen und gehen einfach weiter.

Durch die Wand hindurch.

Ich bleibe stehen. Ich brauche noch. Versuche mich zu sammeln und meine feinen Sinne unter Kontrolle zu bringen wie ein Dirigent die Orchesterspieler.

Was nehme ich wahr? Was spüre ich? Was rieche ich? Was höre ich?

OH JA! Das ist eine ganze Menge...

Als erstes nehme ich die Wärme wahr, die mich aus der Kälte kommend, fast erschlägt.

Ich rieche die verschiedensten Parfümstoffe, Gewürze, andere Essengerüche, Schweiß und Alkohol.

Ich höre das laute Lachen und die Gespräche der anderen Gäste und kann mich im Moment nur noch auf das lauthalse Lachen einer älteren Dame konzentrieren, was gerade jetzt penetrant hervorsticht.

Dazu kommt das Gedudel der Hintergrundmusik, deren Vibrationen ich förmlich körperlich spüre.

 

Okay... kurze Gedenkpause, liebe Gerda.

 

Das alles ist da! Das alles nimmst du wahr! Kannst du damit umgehen?... hmm... ähm

Ich denke ja.

Willst du jetzt weitergehen?... hmm ...ähm

Ich denke ja.

Weil ich mich auf das Essen mit den Freunden gefreut habe. Da sind sie ja auch schon und winken vergnügt.

Ich setze meinen Fuß durch die Wand hindurch und erlebe ein kleines Schütteln und gehe lachend auf meine Freunde zu. 

Die ganze Situation hat ein paar Sekunden gedauert, mein kurzes Innehalten, aber ich konnte in dieser Zeit kurz das ganze Sammelsurium an Eindrücken aufnehmen und für mich erspüren, ob es für mich in Ordnung ist, ob es "für mich passt" und ich die nächsten Stunden hier sein kann. Ich habe mich für ein Weitergehen entschieden, aber wenn es absolut nicht stimmig ist, ja..., dann darf man auch das liebevoll betrachten und eine Kehrtwende machen. 

 

Ihr kennt doch alle, dass es Situationen gibt, in denen einem das körpereigene Warnssystem Hinweise gibt, irgendetwas ist hier nicht gut für dich.

Hochsensible Menschen reagieren noch empfindlicher darauf, aber auch die weniger Empfindlichen sollten auf Eingebungen achten und Signale, die einem nochmal kurz die Sache überdenken lassen.

Dieses kann dann ein kurzes "In-dich-gehen" vor einem wichtigen Gespräch sein, dich nochmal kurz den Plan, den Lösungsansatz, das Gespräch selbst überdenken lassen.

Kurz innehalten, tief einatmen, all die Sinne nochmal kurz bändigen, ordnen und dann ausatmen und deinen Weg weitergehen.

Es sind nicht nur die Hochsensiblen, die diese kleinen Pausen immer wieder reinschieben sollten, sondern jeder (wie im letzten Beitrag beschrieben) sollte sich immer wieder bewusste Momente schaffen, die nur ein paar Sekunden dauern mögen.

Hier geht es ums bewusste Hiersein, Dasein... mit dem Hineinspüren, will ich überhaupt hier sein, ist es gut für mich...

Kurzes Bewusstmachen und die Gedanken können sich ordnen und es ensteht Klarheit. Und dann schreite da hin, wo du hin willst! ;-)

Ich mache es. Und in der obenbeschriebenen Situation hat es kaum einer bemerkt, dass ich mal kurz gestoppt habe! ;-)

(c) brigeart

 

Eine gute Zeit und immer wieder kurze (Über)Denkpausen!

Eure Gerda

 

 

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Die Wand... by brigeart.m4a
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Das Rad des Lebens... by brigeart

Als ich das untenstehende Foto gemacht habe, musste ich unwillkürlich an das Rad des Lebens denken.

Manchmal gehen meine Gedanken ihre ganz eigenen verschlungenen Wege und die möchte ich gerne mit Euch teilen.

Wenn man gefragt wird, wie es einem geht, sagt man gerne, "ach, dass man sich im Hamsterrad befände und man ja so viel zu tun habe". 

Was bedeutet das eigentlich?

Wir sind in unseren alltäglichen Strukturen gefangen und fühlen uns oftmals unfrei bei der Arbeit.

Wir "müssen" Geld verdienen und vergessen dabei, dass das Leben ein Geschenk ist und auch immer wieder gewürdigt werden darf. Je mehr wir unsere Tage "irgendwie rumbringen" und uns ohne Wertschätzung durch den Alltag quälen, umso mehr fühlen wir uns in dem berüchtigten Hamsterrad. 

Sollte das Rad des Lebens nicht anders empfunden werden?

Gerade in dieser Corona-Zeit fangen doch einige Menschen an, die Ruhe in dem eingeschränkten Zustand zu genießen.

Die Hektik lässt nach (so man die Sorgen um Zukunft, Geld und Arbeit ausblenden kann).

Dann stellt sich aber doch die spannende Frage, ob sich diese Ruhepausen nicht generell in unser Leben einbauen lassen. 

Es ist so wichtig, sich immer wieder feste Zeiten zu setzen und ganz bewusst in die Stille zu gehen. Das sind die kleinen Geschenke an sich selbst.

Das wünsche ich mir für euch und für mich selbst, dass wir uns immer wieder beschenken... mit AUSZEITEN... 

Denn dann darf sich auch unser Rad des Lebens geschmeidig weiterdrehen und nicht ächzend und quietschend. 😀😇

(c) brigeart

 

Eine gute Zeit 

Eure Gerda

 

 


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Tage des Schweigens... by Greta

Vor zehn Tagen hat mich jemand total sprachlos gemacht.

Diese Person war sehr verletzend.

Da mir in drei Sekunden nicht die richtige Antwort eingefallen ist, habe ich mir Zeit genommen, darüber nachzudenken und bin für mich in eine Zeit des Schweigens gegangen... Wisst Ihr was, das ist so gut!!! ;-)))

Richtig gut!

 

tage des schweigens

 

seltsam und heilsam

ruhig und intensiv

still und laut

negativ und positiv

alles da

nichts da

was soll es bedeuten?

sonderbar und wunderbar

fest und weich

schwer und leicht

schwarz und weiß

alles da

nichts da

was soll es bedeuten?

es ist alles und nichts da

schaue hin

höre hin

spüre hin

LEBE

 

(c) G.Brinkmann

 

Übrigens, diese Person gehört nicht mehr zu meinem Leben.

Das ist gut so!

Ich wünsche Euch ab und zu eine Zeit des Schweigens...

Eine Zeit nur für Euch!

 

Alles Liebe! Eure Greta

 

P.S. Dieser Text ist für meine allerliebste Amazone! <3<3<3


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Der alte Mann auf der Bank... by Greta

Ich  habe diese Geschichte letztes Jahr veröffentlicht.

Sie ist eine meiner Lieblingsgeschichten; darum hier noch einmal! Viel Spaß!

 

Ich hatte gestern das große Glück auf einer Parkbank einen älteren Herrn kennenlernen zu dürfen! Er genoss mit mir die warmen Sonnenstrahlen mit Blick auf den Brunnen unserer Stadt. Er fing an zu erzählen, von seiner Familie, von seiner Pension, von dem Hobby und ich hörte zu. Er schaute mich an. "Junge Frau, genießen Sie ihr Leben!" "Das mache ich! Das mache ich auch gerade!", lachte ich und freute mich innerlich über die "junge Frau". Wir schwiegen beide. Plötzlich sagte er: "Ich bin so am Leben, mir macht selbst das Sterben keine Angst!" Ich schaute auf, ihm in die Augen und ich war überwältigt von dieser Lebensfreude, von diesem Lebenswillen und dieser Stärke!
Danke für diesen Satz.
Danke für diese Begegnung.
Danke für diesen Tag.

(c) G. Brinkmann

Einen wunderschönen Tag. Eure Greta

 

Bild von pixabay


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Der Wackeldackel... by Greta

Endlich kann ich von dieser Autobahn abfahren.

Der Tag begann mit einem Stau und er endet nun auch so. Ich möchte die letzten 50 km über Land fahren. Im ersten Dorf gibt es tatsächlich eine Ampel, sie zeigt rot und vor mir hält ein dunkelblauer Kleinwagen. Ich bemerke erstmal gar nichts, da ich noch genervt mit dem "Navi" beschäftigt bin und dann erst geht mein Blick nach vorne. Er bleibt haften an dem kleinen Dackel, der hinten auf der Ablage im Rückfenster steht und lustig seinen Kopf hin und her bewegt.

Kennt ihr auch diese Déjà-vu-Momente, in denen man sich sofort zurückversetzt fühlt in eine andere Zeit. Ich werde also in die "Achtziger" gebeamt und ich sehe Wackeldackel zuhauf auf sogenannten Hutablagen in Begleitung von liebevoll umhäkelten Toilettenpapierrollen in allen möglichen leuchtenden Farben. Ich habe mich damals schon gefragt, was diese Rollen da hinten sollten, aber von diesen kleinen Wackelobjekten war ich jedenfalls sehr angetan.

Nun sehe ich also diesen Wackeldackel und habe -denke ich- seit mindestens 20 Jahren nicht daran gedacht. Wie hypnotisiert blicke ich auf den Kopf, der ein wenig hin und her schwankt, sich nun aber beim Anfahren heftig rauf und runter bewegt. Ich bleibe dran am blauen Kleinwagen und versuche erst gar nicht, ihn zu überholen. Ich fange an zu schmunzeln, das Köpfchen bewegt sich fröhlich in alle Richtungen, ja manchmal rotiert es sogar. Ich grinse und zuletzt lache ich laut heraus.

Sind diese Situationen nicht einfach köstlich...

Erlebt Ihr auch diese Momente, die Euch einfach nur erden und wieder ein Stückchen näher zu Euch selbst bringen, ganz bewusst? Ihr solltet das tun!

Das hier ist so ein Moment und ich grinse noch immer...

Danke, kleiner Wackeldackel!

(G. Brinkmann 3/18)

Einen wunderschönen Tag! Eure Greta 

(c) G.Brinkmann


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Der freie Tag... by Greta

Elfriede führt in der 3. Generation eine Konditorei mit angeschlossenem Café. Ihr Café ist sehr bekannt und genießt einen Kultstatus. Die Gäste kommen zu ihr von weit her. Hier kann man wirklich noch die alten Zeiten genießen. Auf manch einen mag dieses Flair angestaubt wirken, aber es ist gerade diese Stimmung, die heimelig anmutet und einen wohlfühlen lässt. Die Fotos an den Wänden zeugen von vielen Besuchern, darunter viele "Prominente" aus der angrenzenden Großstadt. Heute hat Elfriede Ruhetag und sie genießt das schöne Wetter draußen. Sie säubert den Eingangsbereich und grüßt dabei die Passanten. Viele sind Kunden bei ihr seit Jahren. Jetzt fällt ihr ein älterer Herr auf, der sich suchend umsieht. Er bemerkt Elfriede und sieht auf das Café. Er fragt, ob er hier richtig bei einer gewissen "Elfriede" sei.

Er hätte so viel Gutes gehört. Sie würde den besten Schokoladenkuchen backen. Sie lächelt: "Ich bin Elfriede! Leider haben wir heute geschlossen!" "Ich freue mich so sehr, Sie kennengelernt zu haben!" Die Enttäuschung steht ihm aber ins Gesicht geschrieben. Elfriede bemerkt es und überlegt kurz. Eigentlich hat sie jede Menge zu tun. "Kommen sie kurz mit rein. Ich habe heute zwar keinen Schokoladenkuchen für Sie, aber es gibt eine sehr gute heiße Schokolade mit Apfelkuchen." Der alte Mann lächelt sie freudig an. Dieses Lächeln bestärkt sie in ihrer Entscheidung, einen Gast hereinzulassen, auch wenn es der freie Tag ist...

(G. Brinkmann 3/18)

Einen wunderschönen Tag! Eure Greta 

(c) G.Brinkmann


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Die Seele... by Greta

Nachdenklich schaut ihr Freund in die Runde. Er kratzt sich das Kinn und sieht Erika lange an. "Du hast die Wohnung wirklich toll eingerichtet. Du hast einen guten Geschmack und man erkennt deine Persönlichkeit!"

"Aber...", Erika lächelt ihn erwartungsvoll an.

"Aber es fehlt noch etwas!" Er konzentriert sich. "Es fehlt die Seele!"

Erika sieht ihren Freund überrascht an.

Nachher, als sie allein ist, denkt sie nochmal über seine Worte nach.

Die Seele fehlt.

Was kann das nur sein!

Wochen später trinkt sie in einem Antik-Café einen Cappuccino und ihr Blick fällt auf eine alte Wanduhr. Sie erinnert sich sofort an die alte Uhr, die in der Küche ihres Großvaters hing. Sie ist fast identisch.

Sie nimmt das gute Stück ins Visier und lässt sich die Details vom Verkäufer erklären. Die Uhr ist über 100 Jahre alt und scheint keine größeren Schäden zu haben. Der Preis stimmt auch.

Erika überlegt nicht lange und kauft die Uhr.

Der Verkäufer gibt ihr mit auf dem Weg, dass er keine Garantie für das Laufwerk übernehme. Diese Uhren müssten oftmals von einem Uhrmachermeister generalüberholt werden.

Erika lässt sich nicht beirren. Sie hat sich Hals über Kopf in diese Uhr verguckt und hat schon einen neuen "Hängeort" vor Augen.

Stolz fährt sie nach Hause.

Als am Abend die Uhr ihren Platz eingenommen hat und sie aufgezogen wird, erfüllt ihr Ticken den Raum. Es fühlt sich an wie ein Herzschlag. Die Wohnung lebt. 

Auf einmal schlägt sie zur vollen Stunde. Ihr Ton breitet sich im Raum aus, wird getragen durch die Höhe des Raumes und ebbt langsam ab...

Sie hat richtig in der Anzahl geschlagen. Ihr Ton ist weich und fest zugleich. Später stellt Erika fest, dass sie "sekundengenau" läuft.

Die vorherigen Besitzer müssen sie in einem tadellosen Zustand abgegeben haben.

Was für eine Freude! Erika kann ihr Glück kaum fassen.

Nicht nur, dass die Uhr richtig tickt und einen wunderbaren Ton hat, sie zudem an ihren Opa erinnert, sie gibt der neuen Wohnung auch eine Seele.

Jedes Mal, wenn sie die Wohnung betritt und das sanfte Ticken hört, lächelt sie leicht und murmelt: "Moin, ich bin wieder da! Ich bin  zu Hause!"

(c) G. Brinkmann 2/18

Euch einen wunderschönen Tag! Eure Greta

 


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Mein Großvater oder die Gelassenheit... by Greta

Manchmal kommt die Erinnerung ganz plötzlich. Und sie überwältigt mich!

Lange habe ich nicht an diese Worte gedacht. Nicht an seine Worte gedacht.

Seit 21 Jahren lebt mein Großvater nicht mehr, aber gerade heute ist er so präsent in mir und damit weiß ich, dass er immer in mir weiterleben wird.

Ich habe ihn vor ca. 30 Jahren gefragt, wie er es schaffe, so gelassen zu sein. Ich war gerade Anfang 20, voll mit meinem Studium beschäftigt und stand vor den ersten wichtigen Prüfungen.

Er sah mich an und sagte: "Wenn ik sitt, denn sitt ik, wenn ik stah, denn stah ik un wenn ik gah, denn gah ik..."

"Ja", sagte ich erstaunt, "wenn ich sitze, dann sitze ich auch, wenn ich stehe, dann stehe ich und wenn ich gehe, dann gehe ich...! Das mache ich doch alles!"

"Nee!", lächelte mein Großvater und sagte übersetzt aus dem Plattdeutschen:

"Wenn du sitzt, dann stehst du schon, wenn du stehst, dann gehst du schon und wenn du gehst, dann denkst du schon ans Ziel!"

Ich habe ihn ziemlich ungläubig angesehen, aber ich muss heute lächeln bei seinen Ausführungen.

Recht hat er gehabt, recht hat er!!!

Wir sind so oft mit unseren Gedanken schon bei der "nächsten Sache", bei dem nächsten Meeting, bei dem "Danach", dass wir unfähig sind, das "Jetzt" zu genießen.

Danke, lieber Opa, dass du mich heute wieder erinnert hast, dass du mich wieder geerdet hast!

Du bist in mir!

Ich werde auf mich aufpassen und nicht so schnell bei der nächsten Sache sein, sondern achtsam bei dem sein, was ich in diesem Augenblick mache!

Aber ich gebe zu:

Ich brauche im Gegensatz zu dir immer wieder einen kleinen Anstupser! ;-) <3

(c) G. Brinkmann 2/18

Euch einen wunderschönen Tag! Eure Greta

 


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Das Leben ist ein Tanz... by Greta

Annemarie macht Mittagspause in einem Stehcafé und schaut hinaus in die Fußgängerzone. Heute sind viele Menschen unterwegs. Viele mit ernstem oder gehetztem Blick.

Die ersten Schüler kommen von der Schule und holen sich ein süßes Stückchen vom Bäcker.

Eine alte Frau mit Rollator kommt mit langsamen Schritten auf das Café zu.

Annemarie springt auf und öffnet der Frau die Tür.

Sie bekommt ein strahlendes Lächeln und als sie im Café ist und alles sortiert hat, dreht sie sich um zu ihr und sagt: "Ich danke Ihnen sehr, das war sehr nett!"

"Das war doch selbstverständlich!", lächelt Annemarie zurück.

"Nein, leider ist das heutzutage nicht mehr selbstverständlich", lässt sie bestimmt verlauten.

Die alte Frau bestellt einen Kaffee, lässt sich von Annemarie helfen und stellt sich an deren Tisch. Die Zwei kommen ins Gespräch, die alte Frau heißt Elisabeth. Annemarie ist angetan von der Frische und Lebendigkeit der alten Dame und sagt es ihr voller Bewunderung.

Diese sagt: "Wissen Sie, junge Frau, das Leben ist ein Tanz."

Unvermittelt blickt Annemarie auf den Rollator, merkt es und wird ein wenig rot. Elisabeth lacht laut heraus und sieht sie spitzbübisch an.

"Ja, mit den Beinen kann ich nicht mehr tanzen, aber ich lasse meine Gedanken umhertanzen und meine Worte. Mit meinen Gedanken und Worten versuche ich andere Menschen und mich selbst glücklich zu machen. Es gibt nichts Schöneres als Glück zu verschenken, um es dann im Gegenzug zu empfangen!"

Annemarie sieht sie erstaunt an und erfasst dann die schlanken Hände von Elisabeth.

"Was Schöneres hätten sie mir heute nicht sagen können! Jetzt muss ich Ihnen danken." Zwei Augen, von einem unglaublichen Blau gepaart mit einer strahlenden Lebendigkeit, blicken Annemarie an.

"Tanzen Sie, tanzen Sie viel in Ihrem Leben, meine Liebe! Und jetzt helfen Sie mir bitte wieder mit der Tür!"

Die beiden Frauen verabschieden sich und Annemarie schaut der alten Frau noch lange nach.

Diese Begegnung nimmt sie mit Dankbarkeit an.

"Das Leben ist ein Tanz!"

 (c) G. Brinkmann 1/18

Euch einen wunderschönen Tag! Eure Greta

 

(c) Bild von pixabay


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